Kleines BDSM Lexikon 

Hier findest du kurze Erklärungen zum BDSM-Kontxt

                                                                                                                häufig verwendete Begriffe und Abkürzungen.                                                                                                                                                                               

 

                                                     

24/7
Die Bezeichnung „24/7“ steht für „vierundzwanzig Stunden an sieben Tagen“.

Sie meint die dauerhafte Präsenz eines Machtverhältnisses zwischen dem dominanten und devoten Partner.

Es gibt verschiedene Meinungen, ob ein dauerhaftes Machtverhältnis überhaupt praktikabel ist – und falls ja,

in welcher Form. Dabei stellt sich die Frage, ob und wie weit sich „24/7“ mit dem Alltag der Partner überhaupt vereinbaren lässt.
BDSM
Der Begriff umschreibt eine Gruppe von meist sexuellen Verhaltensweisen, die unter anderem mit Dominanz und Unterwerfung,

spielerischer Bestrafung sowie Lustschmerz oder Fesselungsspielen in Zusammenhang stehen können.

BDSM ist ein Akronym und bezeichnet mehrere unter diesem Oberbegriff zusammengefasste physische und psychische Teilaspekte:

„B&D“ steht für „Bondage and Discipline“ (Fesselung und Disziplinierung).
„D&S“ steht für „Dominance and Submission“ (Beherrschung und Unterwerfung).
„S&M“ steht für „Sadism and Masochism“ (Sadismus und Masochismus).
Bottom
Mit „Bottom“ ist im BDSM-Kontext der unterworfene Part einer Beziehung gemeint.
Der Gegenpart wird als „Top“ bezeichnet.
Die Bezeichnungen sind unabhängig vom Geschlecht der Personen,

sie deuten lediglich auf die Stellung im BDSM-Machtverhältnis hin.
Brat
Das Wort „Brat“ (englisch für: „Göre“) wird im BDSM-Kontext für eine meist weiblich submissive Person verwendet,

die es innerhalb der Spielbeziehung liebt, frech zu sein und ihren Top (oft „Brat Tamer“ genannt) herauszufordern.
Der Schwerpunkt solcher Beziehungen liegt in einer fröhlichen Ungezogenheit der Brat, die jede Gelegenheit nutzt,

Regeln geschickt zu umgehen – und den daraus entstehenden Konsequenzen, wenn der Top sie dafür bestraft.
Brat Tamer
„Brat Tamer“ (englisch für: „Dompteur einer Göre“) wird im BDSM-Kontext eine Person genannt,

die eine „Brat“ (Göre) innerhalb der Spielbeziehung dominiert.
Charakteristisch für diese Beziehung ist, dass die Brat – meist eine weiblich submissive Person –

es liebt, frech zu sein und ihren Top mit einer fröhlichen Ungezogenheit herauszufordern.

Aufgabe des Brat Tamers ist es daher, die Göre zu bändigen und zu erziehen.
Bratting
„Bratting“ steht im BDSM-Kontext für eine spezielle Art der Spielbeziehung zwischen Top und Bottom.

Der meist weiblich submissive Teil („Brat“, „Göre“ genannt) versucht, auf eine freche und fröhliche Weise

die Regeln ihres Tops („Brat Tamer“, „Dompteur einer Göre“) geschickt zu umgehen und ihn damit herauszufordern.
Inhalt dieser Beziehung ist es nicht, Regeln infrage zu stellen oder den Top nicht zu respektieren.

Schwerpunkt ist vielmehr der spielerische Umgang mit der Ungezogenheit und

Frechheit der unterworfenen Brat – sowie mit deren Bändigung.
Bullwhip
„Bullwhip“ („Bullenpeitsche“) ist eine Peitsche, deren Riemen meist aus geflochtenem Leder,

gelegentlich auch aus Nylon besteht. Ihre Länge reicht – je nach Modell – von knapp einem Meter bis hin zu sechs Metern.
Charakteristisch für die Peitsche ist der Überschallknall, der beim richtigen Führen hörbar ist.
Der Gebrauch der Peitsche erfordert einige Übung und auch Wissen über Schlagtechniken.
CFNM
Die Abkürzung „CFNM“ steht für „Clothed female, naked man“. Sie meint im BDSM-Kontext Treffen,

bei denen Frauen in Kleidung auf unbekleidete Männer treffen.

In der Regel handelt es sich dabei um sexuell orientierte Treffen zwischen weiblichen

Tops (Dominas) und männlichen Bottoms (Sklaven, Subs).
CMNF
Die Abkürzung „CMNF“ steht für „Clothed man, naked female“. Sie meint im BDSM-Kontext Treffen,

bei denen Männer in Kleidung auf unbekleidete Frauen treffen. In der Regel handelt es sich dabei um sexuell orientierte

Treffen zwischen männlichen Tops (Doms) und weiblichen Bottoms (Sklavinnen, Subs).
D/s
„D/s“ steht für „Dominance and Submission“ – also für ein Verhältnis zwischen zwei Partnern,

das durch Macht und (freiwillige) Unterwerfung gekennzeichnet ist.
DDLG
Das Akronym „DDLG“ steht im BDSM-Kontext für „Daddy Dom, Little Girl“.

Es bezeichnet eine besondere Beziehungsform zwischen einer oder einem „Little“ (Kleines, Bottom)

und einem „Caregiver“ (Fürsorger, Top).
Der Fürsorgende wird auch gerne als „Daddy“ oder „Mommy“ bezeichnet.
Eine spezielle Form ist die Beziehung zwischen zwei Frauen, die mit „MDLG“ (Mommy Dom, Little Girl) bezeichnet wird.
Deepthroat
„Deep Throat“ („tiefe Kehle“) bezeichnet eine Technik beim Oralsex. Dabei wird der Penis gänzlich in den Rachen eingeführt.
Männer empfinden bei einem Deepthroat ein Gefühl der Enge um die Eichel des Penis.
Bei dem gebenden Part tritt während eines Deepthroats nicht selten ein natürlicher

Würgereflex auf, insbesondere bei mangelnder Rücksichtnahme durch den Top und falscher Positionierung.
Anfänger sollten sich zuvor informieren und vorsichtig agieren, da bei Unachtsamkeit ein Verletzungsrisiko besteht.

Fifty Shades Of Grey
„Shades of Grey“ (Originaltitel: „Fifty Shades“) ist eine erotische Roman-Trilogie der britischen Autorin E. L. James.

Die Reihe wird gelegentlich abgekürzt mit „SoG“.
Die Bücher enthalten Schilderungen von BDSM-Praktiken und erlangten im Wesentlichen dadurch zu ihrer Bekanntheit.
Unter BDSMlern wird die in den Büchern dargestellte Form einer angeblichen BDSM-Beziehung sehr kontrovers gesehen.
Flogger
Als „Flogger“ wird eine Peitsche mit mehreren weichen Riemen bezeichnet.
Die Riemen bestehen aus weichen Materialien wie Leder oder Kunststoff.

Sie erzeugen beim Schlagen einen hohen Luftwiderstand und damit ein „typisches“ Geräusch beim Auftreffen auf der Haut.
Flogger werden häufig zum Aufwärmen der Haut verwendet, bevor andere Schlagwerkzeuge zum Einsatz kommen.

Geschichte der O
„Die Geschichte der O“ ist ein 1954 veröffentlichter Roman von Pauline Réage.
In diesem Roman lässt sich eine junge Frau – dem Willen ihres Partners entsprechend –

in einem exklusiven Kreis zu einer „perfekten Sub“ ausbilden.

Während dieser Zeit wird sie gedemütigt, gefesselt, gepeitscht und gelehrt,

jederzeit und für jeden Anderen sexuell zur Verfügung zu stehen.
Der Roman wurde wegen seiner expliziten Darstellungen weiblicher Unterwerfung

lange Zeit als skandalös empfunden. Mittlerweile ist er einer der bekanntesten Romane zum Thema Sadomasochismus.
GOR
„Gor“ und die „goreanische Philosophie“ basieren auf einer Erzählung von John Normans.

In seiner Romanreihe „Chroniken der Gegen-Erde“ erwähnt er seine individuelle

Sicht auf das Verhältnis zwischen männlicher Dominanz und weiblicher Unterwerfung.
Die Romanreihe besteht überwiegend aus Fantasy- und Science-Fiction-Szenarien.

Nach ihrer Einstellung begannen zahlreiche Fangruppen, eigene Szenarien zu entwerfen,

die sich teilweise unterschiedlich entwickelten oder einander widersprachen.
In der goreanischen Subkultur, die sich unabhängig von Normans entwickelte,

ist die Ausbildung und Haltung einer Sklavin (Bezeichnung: Kajira) von wesentlicher Bedeutung.

Als immer wiederkehrende Praktiken werden Sklavenausbildung,

Sklavenpositionen und -befehle sowie Sklavenkleidung beschrieben.
Die goreanische Philosophie findet insbesondere Anklang bei virtuellen, sexuellen Rollenspielern,

die im Spiel ihr wahres Alter und ihren tatsächlichen Erfahrungsschatz dank Anonymität verschleiern können.

High Protocol
Unter „High Protocol“ ist im BDSM-Bezug ein Regelwerk zu verstehen, welches das akzeptable Verhalten

des unterworfenen Teils beschreibt und an das sich dieser zu halten hat.
Auch wenn das Regelwerk (Protokoll) in der Regel sehr eng und restriktiv ausgelegt ist,

variiert es je nach vorheriger Absprache und Bedürfnissen der Beteiligten. Es gibt kein allgemeingültiges Protokoll.
Grundsätzlich gibt ein Protokoll dem unterworfenen Part klare Verhaltensregeln vor.

Beispielsweise kann es Festlegungen über die Sprech-Erlaubnis des Bottoms,

über ausschließlich zu verwendende Anredeformeln und über unaufgefordert von ihm zu erwartetende Handlungen enthalten.
Ziel eines solchen Protokolls soll sein, dass sich der unterworfene Part

strikter auf den dominanten Part und dessen Bedürfnisse konzentrieren kann.
Humiliation
Der Begriff „Humiliation“ steht im BDSM-Kontext entsprechend der Bedeutung des

Wortes in der englischen Sprache für Demütigung und Erniedrigung.
Dabei nutzt der aktive Part seine Macht über den passiven Part aus, um diesen bewusst in Ehre,

Stolz oder Selbstwertgefühl zu verletzen.
Beispielhafte Handlungen des aktiven Parts sind Auslachen, Schuhe ablecken lassen oder Ohrfeigen geben.

Keuschheitsgürtel
Ein „Keuschheitsgürtel“ (gebräuchliche Abkürzung: „KG“) bezeichnet im BDSM-Kontext eine physische Vorrichtung,

die den unterworfenen Teil an sexuellen Handlungen an sich selbst hindert.
Little
Als „Little“ wird die zumeist weibliche Submissive bezeichnet, die sich als jüngeres Kind empfindet und sich in die

Obhut eines Erziehungsberechtigten („Caregiver“, „Mommy“, „Daddy“) begibt. Sie wird auch „Little girl“ genannt.
„DDLG“ steht im BDSM-Kontext für „Daddy Dom, Little Girl“, „MDLG“ für „Mommy Dom, Little Girl“.
Ist der submissive Part männlich, verwendet man oft den Begriff „Caregiver/Little“ oder auch „CGL“.

MDLG
Das Akronym „MDLG“ steht im BDSM-Kontext für „Mommy Dom, Little Girl“. Es bezeichnet eine besondere Beziehungsform zwischen

zwei Frauen, und zwar einer „Little“ (Kleines, Bottom) und einem weiblichen „Caregiver“ (Fürsorger, Top).
Die Fürsorgende wird auch gerne als „Mommy“ bezeichnet.
O
Die Bezeichnung „O“ für eine submissive Person basiert auf dem 1954 veröffentlichten Roman

„Die Geschichte der O“ von Pauline Réage.
In diesem Roman lässt sich eine junge Frau – dem Willen ihres Partners entsprechend – in einem exklusiven

Kreis zu einer „perfekten Sub“ ausbilden. Während dieser Zeit wird sie gedemütigt, gefesselt,

gepeitscht und gelehrt, jederzeit und für jeden Anderen sexuell zur Verfügung zu stehen.
Over the knees
„Over the knees“ (Abkürzung „OTK“) steht im BDSM-Kontext für eine Position beim Spanking.
Dabei liegt der Bottom über die Knie des Tops gebeugt.

Der Hintern des Bottoms wird dadurch für den Top und ausgeführte Schläge gut erreichbar.
Paddle
Ein „Paddle“ ist ein Schlagwerkzeug, das im BDSM-Kontext für Körperstrafen (Schläge auf das Gesäß) verwendet wird.
Paddles bestehen aus einem Griff und einer breiten Schlagfläche, die meist aus glattem,

hartem Holz oder kräftigem Leder hergestellt sind.
Petplay
„Petplay“ ist ein Rollenspiel, in dem mindestens einer der Partner die Rolle eines Tieres einnimmt.
Neben dem Machtgefälle zwischen „Tier“ und „Besitzer“ kommt es häufig zu weiteren

BDSM-Praktiken – wie zum Beispiel Fesseln und Auspeitschen.
Der Umgang mit echten Tieren zählt nicht zu Petplay.
Primal Play
Unter „Primal Play“ ist im BDSM-Kontext ein Rollenspiel gemeint,

bei dem ein „Jäger“ (Hunter) seine Beute (Prey) zu unterwerfen versucht.
Das Rollenspiel imitiert animalische Verhaltensweisen, es ist daher auch ein Kampf um Macht und Dominanz.

Die Partner können miteinander ringen, sich kratzen, beißen oder niederen Instinkten hingeben.

Typische BDSM-Elemente wie Fesseln oder Schlagwerkzeuge kommen dabei in der Regel nicht zum Einsatz.
Safeword
Als „Safeword“ (mitunter auch „Codeword“) ist im BDSM-Kontext ein vereinbartes Wort oder Zeichen gemeint,

mit dem der unterlegene Teil dem dominanten Partner mitteilen kann, dass er das gemeinsame Spiel sofort abbrechen möchte.
Gründe können zum Beispiel gesundheitliche Probleme, seelisches Unbehagen oder gar ein psychischer Zusammenbruch

(„Absturz“) sein.
Schlüsselhalterin
Als „Schlüsselhalterin“ wird im BDSM-Kontext eine Person bezeichnet, die Macht über den

Öffnungsmechanismus eines dem unterworfenen Partner angelegten Keuschheitsgürtels trägt.
Session
Als „Session“ werden von manchen BDSMlern jene Zeiträume bezeichnet, in denen sie ihre sexuelle Neigung ausleben.
Solche Sessions können zu einer vereinbarten Zeit oder durch ein bestimmtes Zeichen beginnen.
SM
„SM“ steht gewöhnlich für „Sadomasochismus“ und bezeichnet Sexualpraktiken, bei denen das Zufügen

von physischen Schmerzen und Empfindungen präferiert wird.
Spanking
Als „Spanking“ wird im BDSM-Kontext das Schlagen („Verhauen“) des Gesäßes bezeichnet.

Gelegentlich werden auch Oberschenkel und benachbarte Körperteile einbezogen.
Spanking kann mit der bloßen Hand, aber auch mit Schlagwerkzeugen wie Stock, Gerte oder Paddle durchgeführt werden.
SSC
SSC ist eine Abkürzung für „safe, sane and consensual“.
Übersetzt bedeutet das „sicherheitsbewusst, mit gesundem Menschenverstand und einvernehmlich“.

Die Begriffe bezeichnen ein Verhaltensmodell für Handlungen im BDSM-Kontext.
Nach diesem Grundprinzip stehen die Sicherheit und Vermeidung von seelischen sowie unerwünschten

körperlichen Schäden über der Befriedigung der Lust.
Tawse
Mit „Tawse“ ist ein Schlagwerkzeug gemeint, das ursprünglich aus Schottland stammt und dort zur

körperlichen Bestrafung anstelle des englischen Rohrstocks verwendet wurde.
Eine Tawse besteht aus einem dicken und harten Stück Leder.

Im vorderen Bereich teilt es sich meist in zwei oder drei Zungen. Eine zweizüngige Tawse ist in der Regel schmerzhafter.
Im BDSM-Kontext wird die Tawse für Schläge auf das Gesäß verwendet.
Tease and Denial
„Tease and Denial“ (Abkürzung: „TD“) bedeutet „Erregen und Verweigern“.
Im BDSM-Kontext wird dabei die sexuelle Erregung des unterworfenen Partners intensiv gesteigert,

schließlich aber ein Orgasmus verweigert.
Das mehrfache Erregen und Verweigern kann vom unterworfenen Teil luststeigernd empfunden werden,

aber auch zu Frustration oder gar Schmerzen führen.
Top
Mit „Top“ ist im BDSM-Kontext der dominante Part einer Beziehung gemeint.
Der unterworfene Gegenpart wird als „Bottom“ bezeichnet.
Die Bezeichnungen sind unabhängig vom Geschlecht der Personen, sie deuten lediglich auf die

Stellung im BDSM-Machtverhältnis hin.
Tunnelspiel
Als „Tunnelspiel“ werden im BDSM-Kontext Handlungen bezeichnet, die nach ihrem Beginn nicht beendet werden können (oder dürfen),

bevor eine bestimmte Frist abgelaufen ist.

Innerhalb dieser Zeit hat der unterworfene Teil keinerlei Möglichkeit, die Handlung abzubrechen.

Dieser Umstand wird von manchen BDSMlern als besonderer Reiz empfunden.
Wunschzettelsub
„Wunschzettelsub“ bezeichnet im BDSM-Kontext umgangssprachlich und scherzhaft gemeint

den unterworfenen Teil einer Beziehung, der versucht,

seinen dominanten Gegenpart zugunsten der Erfüllung der eigenen Fantasien und Wünsche zu beeinflussen.